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Letztes Update
23.04.2017
 
 
Text von Hubert Tiess
Text von Hubert Tiess

Ich selbst, liebe Emma, habe dir nur kurz in die Augen geschaut und ich wusste gleich, du liegst im Todeskampf. Samira mit unseren Helfern holen alles raus, was es nun zu tun gilt. Sofort wirst du an den Tropf gelegt, man setzt sofort alle Massnahmen, die dich retten sollen. Alles luft parallel, mit sicheren Griffen, damit das Gift dir nicht die Gedrme und deinen oft so hungrigen Magen vertzt.
Sechs Jahre lang warst du unsere Emma. Wir glaubten dich an deinem angestammten Platz in Sicherheit. Dort, an dem Platz, an dem du 6 Jahre lang gelebt hast. Du wurdest von uns regelmssig geimpft, entfloht, entzeckt und immer konnten wir sehen, dass es auch Einheimische gibt, die sich um so liebe Wesen, wie du es bist, kmmern.
Aber so ist es nun mal mit dem Glauben die Realitt verleugnet ihn. Du windest dich, die Schmerzen sind unertrglich, aber du bist noch nicht frs Sterben bereit.
Ich versuche dir vom Schreibtisch aus zu helfen, aber es geht nicht. Dein Anblick der Jahre saust durch meinen Kopf, die Trnen schreibe ich gerade nieder. Du kmpfst immer noch.
Ich frage Wolfgang, der gerade aus dem OP kommt, er sagt auch unter Trnen: Es sieht nicht gut aus.
Meine Finger hacken auf die Tastatur. Emma, du bringst mich zur Verzweiflung. Die lieblichen Bilder deiner, meiner, unserer 6 jhrigen gemeinsamen Geschichte prallen an deine eben gesehenen Augen Emma stirbt.
Was hast du kleines, dummes Mdchen denn schon wieder angestellt Warst du womglich als Hund, ein Nicht Mensch ein unbeseeltes Wesen und irgend jemand wollte dir absichtlich weh tun Wozu aber Warst du fr andere Nicht Menschen , die aber einen griechischen Reisepass besitzen, ein groes rgernis Welches denn nur
Ich sitze und warte bangend schon wieder auf diese unglaublich traurigen Worte, die ich schon so oft gehrt habe diese Worte aus dem OP: Es ist vorbei. Wenn Samira trotz aller Knste, die kein anderer Mensch htte besser machen knnen, das Leben nicht mehr retten kann.
Noch hre ich diese Worte nicht, aber ich warte und warte. Bang ist es in meinem Herzen, es klopft wie wild unzhlige Tiere, die wir haben retten knnen, sausen durch meinen Kopf, unzhlige Tiere, wo jede Rettung zu spt kam, ebenso. Ich fhle mich erdrckt und pltzlich sehr einsam und vllig ohnmchtig. Ich weine. Die Trauer all der Jahre scheint sich heute wie ein Vulkan zu ffnen, am liebsten wrde ich mit dir mit schreien . . .
Liebe Emma wie viele Menschen hast du glcklich gemacht Artig bist du von Tisch zu Tisch gewandert, hast den Menschen in die Augen geschaut und keiner konnte deinem lieben Wesen, deinen kajalumringten Augen widerstehen. Du warst bei allen Menschen beliebt ganz besonders natrlich im Sommer, wo du dich in die Herzen von vielen Touristen geschmeichelt hast wurdest auch immer brav mit kleinen Leckerlies belohnt.
Die Last des stndig gebren mssen nahmen wir dir vor 6 Jahren . Von da ab konntest du leben, bis . . Ja was hast du dummes Mdchen denn schon wieder angestellt
Hast du etwa ein Auto verfolgt, oder, hast du womglich gebellt Nein Emma, das darf man hier nicht ungestraft bei Bestien machen sie zahlen es dir tckisch und feige heim. Diese Bestien haben immer Gift in den Taschen und sie wollen es los werden. Du hast ihnen eine Mglichkeit gegeben, mein liebes, kleines, dummes Hundemdchen
Es ntzt nichts Emma, du und ich mssen hier und jetzt die Wahrheit in die Welt hinaus brllen:
Deine Heimat Griechenland ist eine tdliche berpopulation von Bestien. Es gibt zuviele einfach gestrickte Fleischberge, denen man ein menschliches Empfinden nie beibringen kann konnte wollte. Hier hat die Erziehung vllig versagt. Dafr lieben sich diese Menschen, fhlen sich berechtigt, Schmerz und Leid und Tod zu geben. Deine Schmerzen gibt ihnen ihren feigen, erbrmlichen Stolz.
Verzeihe uns Menschen. Weist du, liebe Emma, heute sind 8 kleine Leidensgenossen von dir in eine Zukunft geflogen, mit der Hoffnung auf ein anstndiges Leben. Die kleine Stina wird in Mnchen operiert. Ich werde sie kurzfristig in Emma umtaufen. Man wird den mehrfachen Knochenbruch hin bekommen und dann wird diese kleine Zweikiloemma dein Leben fortsetzen.
Ich wei, es ist ein magerer Trost, aber mehr habe ich dir nicht anzubieten.
Verzeihe die Grausamkeit mancher Menschen, wenn Du kannst. Aber glaube mir, tglich qulen sich die Menschen untereinander, sie foltern und tten sich, sie lassen Teile ihrer Nachkommenschaft einfach verhungern. Wir nennen uns Menschen und wir bastelten uns einmal einen Verhaltenskodex, der uns bescheinigt, dass wir lieb, intelligent und etwas ganz Besonderes sind. So begann die Flucht in die Lge.
Was hast du kleines, dummes Hundemdchen denn schon wieder angestellt Warst du etwa vorhanden, einfach so Hattest du etwa keinen Nutzwert deutlich nach auen hin versprochen
Dein Magen wird zur Sickergrube der menschlichen Gefhle unbegrndeter Hass beit sich in deine Magenwnde. Wir knnen dir jetzt nicht weiter helfen, wir mssen abwarten, was die Medikamente in deinem geschundenen Krper bewirken knnen. Wir hoffen. Denn es gibt immer eine Hoffnung. Ich hoffe jetzt ganz stark. Du musst mir helfen; ich glaubte dich doch in Sicherheit; Du hast mich doch nahezu tglich in der Herzgegend erwrmt. Du hast jetzt nicht das Recht zum Sterben Wir knnen dich nicht auch noch verlieren. Das vergangene Jahr hat uns schon gengend Herzblut gekostet.
Ich weine, meine Ohnmacht und meine Wut stimmen in dein Winseln ein.
Samira weint nicht sie weis in solchen Momenten immer genau, was es zu tun gilt. Sie ist vllig klar und gibt alles, um dein kleines Leben zu retten. Ich bewundere meine kleine tapfere Frau sie steht dir mit allem bei und ich leide mit jeder Faser meiner Seele mit dir mit.
Ja auch Hasenkind fllt mir wieder ein. Hasenkind, eine scheue Strandhndin wurde vor ca. 5 Jahren Mutter Hasenkind war scheu, wie ein Reh nur noch viel, viel scheuer. Sie lebte unter einem dicken Brombeergestrpp hatte, so vermuten wir, noch nie Menschen gesehen. Samira brauchte fast ein Jahr, um sich ihr etwas nher zu knnen. Hasenkind und das Tchterlein haben wir kastriert, tglich gefttert und trotzdem, das Tchterlein wurde am Strand tot aufgefunden und unser geliebtes Hasenkind wurde von schmutzigen Teufeln in Armeeklamotten aus purer Mordlust einfach durchsiebt. Solche Spezies nennen sich weltweit Jger.
Ja Emma, unser Hasenkind hat 5 Jahre lang im Schilf, weit weg von der Brutalitt unserer Art gelebt. Wie gro war die tgliche Freude fr unsere Kleine. Sie fing ber die Jahre an, uns zu lieben. Wir frderten diese Liebe und ohne es zu wissen, schickten wir sie dadurch in den Tod, weil sie auch zu Menschen, die nichts Gutes ihr wollten, Vertrauen entgegen gebracht hat. Hasenkind, du konntest es nicht besser wissen. Sie knallten dich einfach ab. Deine zarte Liebe zu unserer Art war gleichzeitig der Anfang vom Ende deines irdischen Daseins. Leb wohl Hasenkind und verzeihe uns wir sind nicht wirklich schlecht.
Hallo Barbi, Jorgo und Bruno. Auch euch konnten wir nur einige Jahre schtzen. Bald wird die Emma im vielleicht erfundenen, aber von mir schon gewaltig erwnschten, Hundehimmel stranden. Wischt ihr bitte zrtlich die Trnen der Schmerzen aus dem Gesicht und sagt ihr, dass wir nicht wirklich bse sind. Wir haben alles versucht, wirklich alles.
Emma lebt noch.
Wie oft mssen wir selbst wegen euch lieblichen Wesen noch leiden Ich wnsche mir fr euch einen richtig feinen Hundehimmel. Dort solltet Ihr das euch angetane Leid vergessen und helft uns bitte im tglichen Kampf fr die Erfllung der so schn formulierten, menschlichen Ideale.
Ich streichle meine se Lotte. So scheu wie anfnglich unser Hasenkind war sie. Heute hat Lottchen ein kleines irdisches Paradies gefunden. Sie liegt im Krbchen neben dem Schreibtisch und schaut mich aus ihren herrlichen kohlefarbenen Augen an. Dich durften wir auch einmal retten, Lotte. Welch ein Trost bist du in diesen bangen Minuten.
Emma liegt jetzt nicht allein im OP. Ein noch junger Rde, wir haben ihn Tilo getauft, kmpft auch seit fnf Tagen mit dem Gift. Und Tarzan, ein kleiner Unfallhund, dem wahrscheinlich das Bein amputiert werden muss vielleicht kann er euch etwas aufheitern. Etwas Lebensmut geben. Er teilt zwar eure Unterkunft, wird aber sein von der Natur gegebenes Leben ausleben knnen und, wenn nicht anders mglich, auch auf drei Beinen.
Zwischen euch allen wird diese Nacht, wie schon die Nchte zuvor, Samira ber euch wachen und fr das so unntig zugefgte Leid ihre Liebe euch ber den Tropf verabreichen. Versucht zu berleben.

Wir danken dem Schicksal fr unsere Aufgabe. Wir drfen uns fr euch einbringen. Nehmt es bitte an.
Es ist jetzt der 05.04.2005 23:20. Emma atmet ruhig, das Fieber ist auf Normaltemperatur gefallen, die Krmpfe sind weg.
Ich freue mich ber meine falsche Einschtzung. Es gibt halt immer eine Hoffnung
Emma lebt
Nach zwei Wochen gaben wir Emma an die Taverne zurck, wo sie seit sechs Jahren lebt die Besitzerin war ausser sich vor Freude und Trnen der Erleichterung rannten ihr aus den Augen Emma hatte sich prchtig erholt keine Schden im organischen Bereich Samira hat wunderbare Arbeit geleistet. Auch Emma genoss sichtlich die Streicheleinheiten ihrer Besitzerin.
Und dann und dann und dann
Heute, der 23.04.2005, ist Emma dem zweiten Giftanschlag erlegen. Es war also nicht so zufllig gefressenes Gift, welches hier ja bald an jeder Ecke rumliegt nein es war also eine gezielte Aktion gegen dich. Machs gut, liebe Emma. Du wirst den Tilo treffen, die Barbie, den Bruno und den Jorgo und unzhlige andere Tiere, die einem gleichen Schicksal erlegen sind. Grausamkeiten, die es nicht nur in Griechenland gibt, ich weis, ich weis Bulgarien, Rumnien, Spanien und und und scheinbar gibt es wenige friedliche Pltze auf diesem kleinen Planeten, wo man euch nicht grausam nach dem kleinen, bisschen Leben trachtet. Gemeinsam solltet ihr das Grausame, was man euch angetan hat, versuchen, zu vergessen.

Text: Hubert TiessAbouHamdan


   
 
 
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